Dampfdruckkurven der unterschiedlichen Gasmischungen

Diskutiere Dampfdruckkurven der unterschiedlichen Gasmischungen im Autogas Tankstellen Forum im Bereich LPG Autogas; Immer wieder taucht die Frage auf, welche Gasmischung meine Gastanke wirklich verkauft. Die Angaben auf www.gas-tankstellen.de sind nicht immer...

  1. #1 Tanken-Andi, 22.02.2008
    Tanken-Andi

    Tanken-Andi AutoGasMitwisser

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    Immer wieder taucht die Frage auf, welche Gasmischung meine Gastanke wirklich verkauft. Die Angaben auf www.gas-tankstellen.de sind nicht immer verlässlich, bzw. beruhen auch oft auf Vermutungen.
    Deshalb habe ich mir mal die Mühe gemacht eine entsprechende Grafik zu erstellen und diese mittlerweile auch auf meiner Homepage eingestellt. [​IMG]

    Ich will Euch diese Grafik nicht vorenthalten.


    Mittels der Grafik und unter Beachtung der Anleitung sollte für jeden eine einigermaßen zuverlässige Ermittlung des Gasgemisches an den Tankstellen möglich sein.

    Anleitung:
    Es gibt zahlreiche Gastankstellen mit zwei sichtbaren Manometern. Und dann ist die Bestimmung der Gasqualität mittels Manometer leicht möglich. Unten füge ich ein Bild meiner Säule an, bei der 2 Manometer im Sichtbereich sind. So selten sind die Dinger übrigens nicht! Bei manchen Herstellern befindet sich das zweite Manometer übrigens oft auch an der Zapfsäule. Nicht immer auf den ersten Blick zu sehen. Manchmal auch nicht sichtbar für den Kunden im Inneren der Säule.
    Zur Gemischbestimmung muss man nur wissen, welches Manometer den Ruhedruck(Dampfdruck der Mischung) anzeigt und ob dieses Manometer für mich ersichtlich ist. Oft ist in unmittelbarer Nähe der Zapfpistole ein Manometer. Dieses zeigt den Pumpendruck an, mit welchem das flüssige Gas gefördert wird und ist sehr träge. Nach einem Tankvorgang dauert es bis zu 1 Stunde, bis es nahezu auf den Ruhedruck zurückfällt. Ganz auf den Ruhedruck fällt dieses Manometer nie zurück. Es bleibt immer mindestens 1 bar darüber, da vor dem kompletten Rücklauf zum Lagertank ein Ventil absperrt. Man kann aber auch mittels dieses Manometers den Ruhedruck meist recht zuverlässig einschätzen.
    Das geht so: Man lese den Druck von dem Manometer(nahe der Zapfpistole) ab, z.B. 10bar. Nun schliesst man die Zapfpistole an und arretiert sie. Nach dem Arretieren sollte der Druck nun abgefallen sein, z.B. auf 6 bar. Zieht man nun das angenommene 1 bar Restdruck ab, so hat man zumindest grob einen Ruhedruck von 5 bar. Damit lässt sich zumindest in den Sommermonaten einigermaßen zuverlässig die Gasqualität bestimmen. In der kalten Jahreszeit wird es deutlich schwieriger, da die Druckdifferenzen zwischen den einzelnen Mischungen deutlich geringer ausfallen.
    Ist überhaupt nur ein Manometer sichtbar, so ist dies immer das, welches den Pumpendruck anzeigt. Dann hilft nur die gerade genannte Variante.

    Hat die Tankstelle - wie bei mir - noch ein zweites sichtbares Manometer, so ist dies meist im Zulauf zur Säule montiert. Ansonsten - siehe oben – begibt man sich erst mal auf die Suche nach dem 2. Manometer. Hat man das zweite Manometer gefunden, welches weiter von der Zapfpistole entfernt ist, so gilt folgendes:
    Dieses Manometer zeigt während einer Tankung ebenfalls den Pumpendruck an. Ist die Betankung jedoch beendet, fällt es direkt auf den Ruhedampfdruck der Mischung zurück. Hier gibt es keinerlei Trägheit in der Anzeige. Wenn die Gastanke eh nicht aktiv ist, kann man an diesem Manometer den Ruhedruck des Gases absolut zuverlässig ablesen. Die Bestimmung der Gasqualität ist dann ein Kinderspiel, wenn man unter Berücksichtigung der Temperatur die entsprechenden Dampfdrucktabellen zu Rate zieht, oder entsprechende Erfahrungswerte hat. Und diese Dinger reiche ich dann nach!
    Und hier nochmals zur Vertiefung: Im Winter sind die Dampfdrücke sehr nahe beieinander. Bei Temperaturen von z.B. 5°C hätte 95/5 einen Druck von 5,4 bar, 60/40 hätte 4,1 bar. Bei 20° C liegen die beiden Gemische bereits 2 bar auseinender.
    Um die Verwirrung mit den Manometern mal aufzulösen, habe ich Euch das Bild angehängt. Beispielhaft dürfte damit einiges klarer werden?!?
    Rechts bei der Zapfpistole ist das Manometer zu erkennen, welches den Pumpendruck anzeigt. Obwohl die Tanke momentan nicht aktiv ist, liegen hier etwa 11 bar an (Trägheit).
    Das Manometer links im Zulauf bei den roten Leitungen zeigt den Ruhedruck des Gases an, der hier bei knappen 5 bar liegt. Während dem Tankvorgang springt es ebenfalls auf den Pumpendruck, um bei Beendigung direkt wieder auf den Ruhedruck zu fallen. Hier gibt es keinerlei Trägheit.
    Zum Verständnis nun erst das Bild meiner Zapfsäule mit 2 Manometern.
    Die Grafik folgt direkt....


    Gruß Andi
     

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  3. #2 Tanken-Andi, 22.02.2008
    Tanken-Andi

    Tanken-Andi AutoGasMitwisser

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    So nun unten im Anhang die Dampfdruckkurven.

    Ich würde empfehlen, die Grafik und die Anleitung auszudrucken und ins Fahrzeug zu legen.

    Ich hoffe es hilft Euch weiter.....[​IMG] [​IMG]

    Gruß Andi
     

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  4. #3 ketwiesel, 22.02.2008
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    ketwiesel AutoGasKenner

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  5. MX511

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    Danke Andi!

    Ich freue mich immer, wenn es mal Hardfacts gibt - ist selten genug! ;-)
     
  6. #5 safegas, 25.02.2008
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    safegas AutoGasAuskenner

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    Hallo Andi,

    tolle Information, hab ich direkt ausgedruckt. Jetzt muß ich an meiner Stammtanke mal das zweite Manometer suchen...

    Bei meinem letzten Tankstellenbesuch zeigte der Pumpendruck am Manometer hinter der Pumpe übrigens ungefähr 3 bar an. Der Grund war allerdings nicht eine bombastische Mischung, sondern der leere Gastank [​IMG]

    cu safegas
     
  7. Kris

    Kris AutoGasInteressierter

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    Super Info. Musste das auch direkt mal ausprobieren.

    Habe mich dann auch mal an der Tankstelle erkundigt, die mir sagten, dass immer 60/40 Im Tank ist, im Winter aber ein Zusatz beigefügt wird.

    Was könnte das für ein Zusatz sein? Meint die nette Frau an der Kasse einfach, dass der Propananteil höher ist oder irgendein Gefrierpunkt senkender Stoff beigefügt wurde.

    Lt. Manometer warens bei 7,5°C ca. 5,5bar. würde dann ja zu 95/5 passen.
     
  8. #7 Tanken-Andi, 04.03.2008
    Tanken-Andi

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    Yup, der Zusatz wird wohl 95/5 sein.....:D;)
    Andere Zusätze sind mir nicht bekannt! :o
    Die Aussage "60/40 über das ganze Jahr" tätigen einige Tankstellen. Bei meinen Wettbewerbern im Umfeld wird da eher 95/5 ganzjährig angeboten, obwohl angeblich 60/40 drin ist.

    Mich würde nebenbei mal interessieren, ob Ihr mit den Dampfdruckkurven und der Anleitung parat kommt?!?
    Wer hat es bisher genutzt und was hattet Ihr für Ergebnisse, bzw. Probleme?

    Gruß Andi
     
  9. #8 Quasselstrippe, 04.03.2008
    Quasselstrippe

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    In einem anderen Fred wurde erwähnt, das der Betankungsdruck im Winter geringer sei, als im Sommer (wunder).

    Ich halte das für schlichtweg andersherum - was nun ?

    Laut der Kurven ist der Betankungsdruck in Richtung mehr Propan höher - im Winter ist der Propananteil ebenfalls höher - demnach ist der Druck höher - RICHTIG ??

    Wenn man bei 12°C Außentemperatur tankt - wie hoch ist dann der FÖRDERDRUCK der optimalen Pumpe, bzw. wie hoch könnte der Druck ansteigen, wenn der Pumpendruck sein MAX-Wert erreicht ?

    Oder - bei defektem Abschaltvorgang im PKW-Tank - könnte die Förderpumpe das Ü-Ventil zum Ablasen bringen ?


    Sonst sind Kurven recht einfach verständlich - zumindest bilde ich mir ein das so verstanden zu haben - Bilder sagen mehr als Worte.
     
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  11. #9 Tanken-Andi, 04.03.2008
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    Beim Betankungsdruck muss man unterscheiden, zwischen Tankstellen, die einen fest eingestellten Pumpendruck haben und solchen, die über eine Differenzdrucksteuerung verfügen.

    Bei Anlagen mit fest eingestelltem Pumpendruck sollte der Pumpendruck den Jahreszeiten (Sommer/Winter) angepasst werden. Egal welche Mischung, bei kalten Temperaturen ist der Dampfdruck immer niedriger als bei warmen Temperaturen. Da die Förderpumpen bei hohen Pumpendrücken deutlich an Standzeit verlieren, sollte man als Tankstellenbetreiber im eigenen Interesse im Winter keine (völlig unnötigen) 20 bar als Pumpendruck eingestellt haben. Eine neue Pumpe schlägt schnell mit 2-3TEUR netto zu Buche...;( Von den höheren Stromkosten rede ich mal garnicht.....;)
    Einige Betreiber passen diese Drücke jedoch nie an. Vermutlich aus Unkenntnis. Bei den Förderpumpen ist idR. bei spätestens 20-23 bar Schicht im Schacht. Für Dauerbetrieb sollten Maximalwerte von 16bar nicht überschritten werden.


    Differenzgesteuerte Anlagen passen den Förderdruck dem jeweiligen Dampfdruck der Mischung an. Ganzjährig optimal ist hier eine Einstellung etwa 6 bar über dem Dampfdruck. Ich passe es allerdings auch hier den Jahreszeiten an. Im Winter 4,5 bar , in der restlichen Zeit 6,0bar. Bei Extremtemperaturen im Hochsommer auch mal 7 bar. Und dies auch nur, damit Kunden, die noch 95/5 im Tank haben auch bedient werden können. ;)
    Damit kann man sagen:
    Der Betankungsdruck ist mit höherem Propananteil bei differenzdruckgesteuerten Tankstellen immer höher. Bei Anlagen mit festeingestelltem Pumpendruck hat dies nichts mit dem Gas zu tun, sondern mit mangelhafter Einstellung seitens der Betreiber.
    Ebenso kann man aber auch sagen, dass 95/5 bei unseren Wintern nicht erforderlich ist, um ausreichend Dampfdruck zu gewährleisten. Ich hatte in den letzten beiden Wintern durchgängig 60/40 angeboten. Damit gab es zu keiner Zeit Probleme. Allerdings habe ich die Sache auch im Blick...;)

    Das Überdruckventil am Tank spricht zw. 26-28 bar an. Diese Drücke erreichen die Förderpumpen nicht. Genau aus diesem Grund sind die Pumpen auf einen Maximaldruck von 23bar begrenzt. Etwas "Luft" für ein eventuell früher abblasendes Sicherheitsventil ist damit auch gewährleistet!


    Noch eines zur Klarstellung:
    Fördert die Tanke beispielsweise mit 12 bar und das Gas hat einen Dampfdruck von 6 bar, so stellt sich im Fahrzeugtank ebenfalls nur ein Dampfdruck von 6 bar ein. Oft wird für den Fahrzeugtank mit dem Förderdruck der Tanke gerrechnet. Dem ist nicht so!

    Gruß Andi
     
  12. Kris

    Kris AutoGasInteressierter

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    Wie gesagt, bei mir müsste es lt. Kurve ein 95/5 gemisch sein. Ich habe aber noch nicht den zweiten Manometer gefunden, sondern nur den an der Zapfsäule. Konnte also nicht sagen, wie lange es her ist, als der vorherige getankt hat.

    Werde mich Freitag mal auf die Suche begeben ;) Wird vermutlich im eingezäunten Bereich des Tanks liegen -.- .
     
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