VW Nachhaltigkeitsbericht ua. ./. LPG Autogas Umrüstungen die Fakten!

Diskutiere VW Nachhaltigkeitsbericht ua. ./. LPG Autogas Umrüstungen die Fakten! im Gas Cafe Forum im Bereich LPG Autogas; Ein aktuelles Thema, welches zum nachdenken und vor allen besonders zum diskutieren anregt. Es geht hier nicht um einen Diffamierung, Fingerzeig...

  1. #1 Rabemitgas, 12.11.2015
    Zuletzt bearbeitet: 12.11.2015
    Rabemitgas

    Rabemitgas Meister der Beiträge
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    Ein aktuelles Thema, welches zum nachdenken und vor allen besonders zum diskutieren anregt.

    Es geht hier nicht um einen Diffamierung, Fingerzeig gegen irgendeinen Fahrzeughersteller, speziell hier Volkswagen....

    Sprechen wir vielmehr seriös über die Gegenwart und die Zukunft der Antriebstechnik..... Wirtschaftlichkeit, Wirkungsgrade, Abgaswerte besonders im Bezug auf CO2 und Ruß Ausstoß.

    Jeder Fachmann, der sich eingehend mit der Technik der Verbrennungsmotoren der letzten 20 Jahre beschäftigt hat weiß es ja, aber es wird nicht öffentlich da drüber gesprochen, bzw. werden Leute die unabhängig sind kaum angehört und ernst genommen.

    Was hat sich in den letzten 10 Jahren in der Gemischaufbereitung und Regeltechnik getan?

    Zwischen den letzten Saugrohreinspritzern mit Breitbandlambdasonden und den neuen Direkteinspritzern liegt eine Wirkungsgradverbesserung von nicht mal 4% vor.

    Zu allem Überfluss ist der Ruß Ausstoß egal ob Diesel oder neuerdings auch bei den Benzinern durch die Direkteinspritzung und die hohen Einspritzdrücke nicht nur exorbitant gestiegen, sondern die Partikel sind so unnatürlich fein und somit fabelhaft Lungenzugänglich.

    Hier liegt doch die Gefahr des Krebsrisikos.

    Wir bewegen uns bei der Entwicklung seit Jahren im Kreis! Wir pendeln permanent zwischen zu hohen NOx (Stickoxyde) Bei Magerlauf und zu hohen Co2 Werten u.a. Das stöchiometrische Verbrennungsverhältnis ist schlicht ausgereizt, die Physik ist schlicht an Ihre Grenzen geraten.

    ....Ok Ok... Natürlich hat der Nagel jetzt adblue und die tollen Rußpartikelfilter vergessen .....lassen wir das, deren Sinn, deren geringe Wirkung. :D

    Den Beweis bietet der derzeitige Abgas-Skandal, bzw. Ingenieure die nicht weiter wussten und Schummelsoftware flashten, so das sich die Fahrzeuge wohl anscheinend über physikalische Grenzen hinaus regelten :-)

    Kosten! Reden wir mal weiter über Kosten. ach ja und die 4% Wirkungsgradverbesserung.

    Dafür haben wir jetzt Fahrzeuge die zusätzlich mit Rußpartikelfiltern, Hochdruckpumpen, Hochdruckinjektoren, Turboladern...vielleicht dazu noch ein Kompressor, Adblue Systeme die zusätzlich gefüllt werden müssen usw. Klar gehen diese Sachen auch gerne mal defekt und verursachen extreme Reparaturkosten. Wir haben doch aber 4% Kraftstoff gespart. Dafür ein Fahrzeug geschaffen was umwelttechnisch noch schlimmer ist als alles was wir um die Jahrtausendwende kannten.

    Errechnete Lebensdauer sämtlicher Bauteile ist auch noch ein Thema neuster Entwicklungen.

    Letztendlich können wir nicht viel dagegen machen und das wirtschaftliche Rad muss sich wohl drehen.....schneller als in den Neunzigern.

    Jetzt kommt der Boom mit den Elektrofahrzeugen. Der Wirkungsgrad ist Phantastisch, das ist aber auch das einzige.

    Vergessen wir es schnell wieder, weil es einfach nicht möglich ist. Da sind ja nun mal die geringen Reichweiten, die Ladezeiten, Accu Kosten, Acculebensdauer....wie bekommen wir ein Stromauto im Winter warm usw. Es wird sich aufbäumen und direkt wieder in der Versenkung verschwinden.

    Klar hat der Verbrennungsmotor mit ca. 25-40% (Benziner/Diesel) Wirkungsgrad nach heutigen Entwicklungsstand/Wunsch faktisch ausgedient, aber es gibt zu Ihm keine wirkliche Alternative!

    Auch die sogenannten nachwachsenden Kraftstoffe sind keine wirkliche Alternative. (z.b.Rapsöl oder Bioethanol) Da wären zunächst die "Tanken statt Teller" Fakten, so das wir unsere eigenen Lebensmittel verfahren/verheizen und dabei verhungern. Als zweiter Faktor wurde noch herausgefunden, das die Verbrennung von nachwachsenden Rohstoffen noch gesundheitsschädlicher ist, als das verbrennen von fossilen Brennstoffen.

    Was bleibt uns nun? Ganz Klar am besten ein technischer Rückschritt!

    Benzin und Diesel? Oder aber sich zu überlegen, gleich einen Brennstoff/Element zu verwenden, welches aus seiner Grundeigenschaft heraus nicht nur die beste Vermischung mit wichtigsten Stoff der für eine Verbrennung benötigt wird zu verwenden nämlich Sauerstoff/Gas, sondern noch weit über 10% weniger CO2 Ausstoß verursacht, ja sogar Ruß bei der Verbrennung kaum messbar ist.

    Erdgas scheidet leider aus, es ist zu schlecht zu speichern....Tanks zu groß, zu schwer und die Reichweiten sind zu gering.

    Es bleibt also unser gutes altes Autogas LPG!

    Autogas LPG ist die zzt. einzig wirkliche Alternative, ein Geschenk aus der Erde.

    Da stellen sich für mich einige Fragen:

    -Warum wird es so stiefmütterlich behandelt?
    -Warum kommen so viele falsche Gerüchte über Autogas auf? (Ihr wisst schon... Verbrennt heißer, macht Motoren kaputt usw.)
    -Warum werden Fahrzeughersteller-seitig nur mal halbherzige und minderwertige Autogas Projekte gestartet, die sich nicht lange am Markt halten?

    Verkennt man das Potenzial? Hat man einen Tunnelblick? Ist es gar reiner Lobbyismus?

    Ich versteh so vieles nicht, aber warum nutzt man denn ein Werkzeug nicht, wenn man es vor der Haustür liegen hat, ja sogar (zumindest in Europa) eine phantastische Infrastruktur vorhanden ist? (über 6000 Tankstellen)

    OK.... im Grunde kann es uns Autogasumrüstern nur recht sein, das wir nach über 10 Jahren Autogas Umrüstungen noch von unserer Manufakturarbeit durch einige Klar denkende und gut rechnende Kunden gut leben können.

    Aber nun...im Grunde wird doch einfach der unwissende Endkunde nicht nur betrogen und gemolken, sondern der weilen noch mit un oder Halbwahrheiten behaftet.

    Sehe ich etwas falsch?

    Gruß Armin
     
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  3. #2 dugi117, 12.11.2015
    dugi117

    dugi117 AutoGasMitwisser

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    Einzige Problem ist, dass Flüssiggas nur in einem geringeren Ausmaß ein Geschenk der Erde ist....

    Ein größer Teil wird bei der Erdölraffinierung erzeugt, also gibt es ohne Benzin- und Dieselproduktion auch kein Flüssiggas.
     
  4. #3 Wolfgang62, 12.11.2015
    Wolfgang62

    Wolfgang62 AutogasTestSchreiber

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    Hallo Armin,
    ich darf Ihnen meine Ansicht kurz darstellen.
    Wir leben im einem Jahrhundert im dem "beschissen, geschönt und sonst was wird", Lobbyisten die Politik im Griff haben, Kritiker mit gesundem Menschenverstand mundtot gemacht werden und entsprechende Forschungsergebnisse für längere Zeit verschlossen und gekauft werden, damit wir unser "Wirtschaftswachstum aufrechterhalten" und Geld in die Taschen derjenigen pumpen, die sich die entsprechenden Stellen gesichert haben und für den Rest auch noch was abfällt.
    Mit "dem Strom schwimmen" ist unkomplizierter, die "Schwarmintelligenz" nimmt einem das kritische Denken und Hinterfragen ab und ist zudem bequem, da der "andere" es ebenfalls so macht. Wenn alle das gleiche tun kann es nicht falsch sein ;-).
    Man hat durch die Fehlinformationen "LPG" als "Tod für den Motor" in die Köpfe der Verbraucher setzen können. Stammtischparolen usw. werden wiederholt bis alle es "glauben". Ich habe in einem anderem Forum eine Info zu den Entwicklungen in den letzten Jahren im Motorenbau gelesen. mit einem Kommentar " wie können Ingenieure solche Drecks-Motoren entwickeln" -> weil sie "abhängig Beschäftigt" sind und damit das Geld verdienen und die Vorgaben der Chefs erfüllen.
    Im konkreten Fall:
    Ich habe einen kleinen Familienfuhrpark: Van mit LPG, Kleinwagen mit Benzin, Kleinwagen mit Diesel, Sohn fährt Firmenwagen mit Diesel.
    Wenn ich über die bald anstehende Fahrzeugerneuerung nachdenke, bin ich jetzt wieder mal gedanklich bei Fahrzeugen gelandet die LPG-tauglich sind.
    Und mit Saugrohreinspritzung, ohne Turbo, mit Hydrostösseln und harten Ventilen, also ein Motor aus dem letzten Jahrtausend.
    Ich (er)warte, das nach dem Diesel-Desaster bei VW das Thema "saubere Fahrzeuge" und damit auch LPG mehr Aufmerksamkeit gewidmet wird.
    Die anstehenden Untersuchungen zum Schadstoffverhalten ( und Verbrauchsverhalten) von Fahrzeugen werden vielleicht doch einige Fahrzeughalter oder Fuhrparkleiter zum Nachdenken anregen und vielleicht ergibt sich eine neue Epoche des Autobaus, weniger Diesel und mehr Gas.
    Aber vermutlich wird eine andere "Sau durchs Dorf getrieben" und vom Thema abgelenkt. Schwarmdummheit also.
    Wir "Autogasfahrer" könnten doch einen Aufkleber anbringen: Umweltfreundlich mit Autogas. Vielleicht nutzt es was.
    Freundliche Grüße aus dem Süden
    Wolfgang
     
  5. Ciwa

    Ciwa AutoGasMeister

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    Der Erdölraffinierprozess wirft ~4% Flüssiggas ab. ~24% Benzin ~21% Diesel. Damit hat sich die Diskussion einer Flächenlösung erübrigt.
     
  6. #5 Rabemitgas, 13.11.2015
    Rabemitgas

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    Danke für eure Teilnahme. :-)

    Ja Ciwa Trotzdem ist reichlich Gas weltweit vorhanden... sogar im Überfluss.

    Es wäre ja törecht zu glauben, das ein Hersteller das nicht macht, weil es zu wenig des Kraftstoffes gibt :-)

    Ich denke eher das Gegenteil (auch wenn deine Darstellung stimmt) Man hat regelrecht Angst, das Gas mehr an Beliebtheit gewinnt.

    Gruß Armin
     
  7. #6 RAM_Andy, 13.11.2015
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    Mscht aber doch auch nichts Armin, den Wagen mußt Du vorher so oder so kaufen.
     
  8. #7 Ciwa, 13.11.2015
    Zuletzt bearbeitet: 13.11.2015
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    Nun bei 4% Anteil an der Kappa wäre es töricht zu glauben die Wende hin zu einem nennenswerten LPG Fahrzeuganteil zu schaffen. Die Zulassungszahlen jedenfalls zeigen nur in eine Richtung und zwar nach unten. Habt ihr schon die neue Werbung von VW gesehen? In einem Jahr spricht keiner mehr über die Affäre. Die Masse denkt da nicht drüber nach....
     
  9. #8 Gegenwind, 14.11.2015
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    Jup...wen interessiert das Abgaszeug. Die Leute wollen fahren...
    Und ich schreib`s immer wieder...kein einziger in meinem Freundes-und Verwandtenumfeld fährt Gas,
    da kann ich mit Engelszungen über meine positivsten Erfahrungen reden...völlig uninteressant.
    Die fahren teilweise 100.000te Kilometer mit Benzin (nicht mal ein Diesel) und sind glücklich damit...
    Da kannste machen was du willst, die jahrzehntelang tradierte Vorurteile kriegste net eliminiert.
     
  10. #9 Black_A4, 14.11.2015
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    100% agree! Fakt ist auch das wir in der Zukunft nicht einen Kraftstoff oder Technologie brauchen sondern, vielmehr einen Mix davon. Ich persönlich hoffe, vom Gas direkt auf Elektro umspringen zu können. Die Reichweiten reichen jetzt schon für den täglichen Weg zur Arbeit und zurück.

    @Armin

    Hast du Quellen zu den 4% Effizienzsteigerung?
     
  11. #10 Cosmic7110, 14.11.2015
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    4% Steigerung sind im Angesichts des Gesamtsystems eine Menge, klar für den einzelnen ein Witz, aber rechne es auf Millionen Fahrzeuge hoch.
     
  12. #11 RAM_Andy, 14.11.2015
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    ... Deine Freunde & Verwandten müßen alle sehr reich sein! :cool:
     
  13. #12 hannes69, 14.11.2015
    hannes69

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    zu 1.) Aus meiner Sicht wird LPG überhaupt nicht stiefmütterlich behandelt. Es gibt massig LPG Tankstellen (ich wohne z.B in Regensburg, ca. 140.000 Einwohner, 15 LPG Tankstellen alleine im Stadtgebiet), europaweit kann man überall LPG tanken. LPG ist fast überall deutlich günstiger als alle anderen Kraftstoffe. LPG wird steuerbegünstigt. Es gibt sehr viele Umrüster (auch gute wie man hier im Forum sieht :) ). Es gibt mehrere gute LPG-Anlagen-Hersteller. Also: Von der ANGEBOTS-Seite her seh ich nichts Stiefmütterliches. Falls Du die NACHFRAGE-Seite meinst: Ja, da schauts schon eher nach Nischendasein aus.


    zu 2.) Das ist die Sache mit dem eben angesprochenen Nischendasein bei den Nachfragern. Der Einzelne denkt drüber nach womit man sein Gefährt antreiben könnte. Der "normale" Mensch orientiert sich an "normalen" Technologien. Also stellt sich in aller Regel nur die Frage ob Benzin oder Diesel. Alles andere (Elektro, LPG, CNG, Wasserstoff, Ethanol, Rapsöl, Holzvergaser ;) Kernspaltung ;) ;) ) is halt was für Alternative, Freaks, Nerds, Bastler, Andersdenkende, Andersseinwollende, ... -> "Mag ja sein dass das billiger, wirtschaftlicher, umweltschonender usw. ist, ABER..." Klar, als "normaler" Mensch verteidigt man die "normalen" Produkte. Was die meisten haben muss gut sein. Über Alternativen und Nischen nachzudenken ist für normale Menschen einfach zu anstrengend und zu unbequem. Und an dem Punkt kommt Negativpropaganda gerade recht: Wenn LPG schon heißer verbrennt, die Ventile sofort die Grätsche machen und alsbald der Motor oder gar der Tank explodiert (ist doch klar dass Gas immer und überall nicht besseres zu tun hat als zu explodieren) dann braucht man über sowas gar nicht weiter nachzudenken. Ängste und Bequemlichkeit passen recht oft gut zusammen. Zudem fühlen sich die meisten Menschen in der breiten Masse gut aufgehoben, man will sowieso nicht negativ auffallen, und erstaunlicherweise oftmals auch nicht positiv. Gar nicht auffallen, mit Benzin und Diesel klappt das.


    zu 3.) Ich würde sagen: die mangelnde Nachfrage. Damit sich bei groß angelegten Aktionen was rentiert müssen Stückzahlen, Umsätze, Gewinne nach oben gehen. Dann bastelt also bei einem Automobilhersteller ein Ingenieursteam an ner LPG-Variante, die BWLer-Fraktion feilt an der Finanzierung / Marketing / Absatz usw. Kostet erst mal ein bissel was. Am Schluß ist das LPG-Modell ein Ladenhüter und die Aktion hat sich nicht rentiert. Eben wieder die Sache mit der Nische. Jemand der sich zur Nische bekennt geht seinen Weg: Infos einholen, Forumsdiskussion, persönliche Kalkulation usw. Dann Umrüster ausuchen, umrüsten, fertig. Sprich: Wenn man schon den Nischenweg beschreitet (und das tut man mit LPG), stört der Umweg über einen Umrüster nicht wirklich. Das gehört halt dazu. Und man ist beim Fahrzeugmodell nicht festgelegt. Am Schluß läßt sich bei entsprechenden Engagement ja doch fast alles umrüsten. Klar, dass da die wenigen werksseitig umgerüsteten Modelle nicht wie warme Semmeln weggehen. Außerdem ist LPG ja was für preisbewußte Menschen. Und der Preisbewußte hat in aller Regel kein Interesse an einem Neuwagen. Man kann Neuwagen + Aufpreis für LPG kaufen, man kann aber auch 2 Jahre altes Auto ohne LPG kaufen, umrüsten, und das kostet immer noch weniger als die Neuwagen-Variante.


    Siehe die obigen drei Punkte: Wie alles Angebot und Nachfrage. Von Angebotsseite her sehe ich keine großartigen Beschränkungen. Bei der Nachfrage hakt es. Damit sich da was ändert müssten viele Menschen mehr nachdenken, kritischer sein, sich ein klein wenig mit Technologie beschäftigen und bereit sein einen klein wenig unbequemeren Weg zu gehen. Meine Glaskugel sagt: Wenn in nächster Zeit keine gravierenden Ereignisse gleich welcher Art eintreten, tut sich da so gut wie nichts.
    Es gibt ja eine Nachfrage, aber die beschränkt sich nur auf einen gewissen Kundenkreis. Wenn man im Forum hier eifrig liest und mit Gleichgesinnten im Bekanntenkreis diskutiert seh ich ganz klar die Grundgemeinsamkeiten der LPG-Anhänger:


    - Technikinteresse: Man ist im allgemeinen oder auch speziellen an Technik / Technologien / Basteleien usw. interessiert. Man blickt gern hinter die Kulissen, möchte verstehen wie die Dinge funktionieren.
    - Individualismus: Man fühlt sich wohler NICHT mit dem Strom zu schwimmen und möchte ein wenig anders sein, abweichen, die Nische suchen, was besonderes sein, auffallen
    - kritisches Bewußtsein: Man hat eine eigene Meinung, hinterfragt Vorgegebenes, geht seinen eigens gefundenen Weg, empfindet es nicht als überanstrengend sich mit einer Sache vertiefter auseinanderzusetzen
    - Spaß am praktischen Ansatz: Man benügt sich nicht mit alleiniger theoretischer Auseinandersetzung, Taten müssen folgen. Also ein Auto umrüsten. Vielleicht sogar selber machen. zumindest die Filter wechseln ;) Interface kaufen und auslesen. Am Kennfeld rumbasteln. Also Spaß dran AKTIV mit der Materie zu tun zu haben.
    - Spaß am Kampf / Widerstand: In Diskussionen gute Argumente parat haben. Die eigenen Nische verteidigen. Die Fehler des bereits umgerüsteten Gebrauchtwagens irgendwann erfolgreich beseitigen ;)
    - Preissensitivität: Warum fürs Autofahren ohne jeglichen Komfortverlust mehr bezahlen als notwendig ist?
    - Optimierungsinteresse: Man kann alles optimieren. Am Auto natürlich auch. Und weil das geht, tut man es auch.
    - Umweltschutz: Bessere Abgaswerte.


    Jeder LPG-Interessierte vereint einige von den aufgezählten Punkten in sich. Diese Attribute besitzt aber nur ein begrenzter Personenkreis. Man kann also allenfalls versuchen diejenigen, welche so gestrickt sind und noch nicht auf LPG fahren zu erreichen, beim Rest wirds äußerst schwierig. Da ginge es nur brachial über die Angebotsseite. Und das dann vermutlich hauptsächlich über Marketing und Präsenz. Bio-Fressalien verkaufen sich nicht so gut, weil Menschen auf einmal mords vernünftig, nachhaltig denkend, gesundheitsbewußt usw geworden wären, sondern weil das Zeug aggressiv beworben wurde, inzwischen bei Lidl und Aldi zu konkurrenzfähigen Preisen verkauft wird und massenweise Diskussionsrunden und Dokus in der Glotze zum Thema zu sehen waren. Da hat die Lebensmittelindustrie quasi ganze Arbeit geleistet. Und so müsste die "Autogasindustrie" (was auch immer das sein mag...) das Gleiche tun um den Massenmarkt zu erreichen. Vermutlich bringt das aber alles nichts, weil Autogas für alle eh nicht vorhanden ist...


    Ansonsten kann ich noch anmerken dass die empfindlichste Stelle immer der Preis ist. Natürlich kostet LPG ca. die Hälfte, dafür aber ein wenig Mehrverbrauch, Umrüstung, Wartung. Unterm Strich lohnt es in vielen Fällen, aber die Preisspanne müsste für viele Menschen noch viel extremer ausfallen, damit das zieht. Also das LPG unter Berücksichtigung aller Kosten weit unter die Hälfte gegenüber Benzin kostet. Es liegt insgesamt natürlich auch an den generell viel zu niedrigen Kraftstoffpreisen. Da wird zwar viel gejammert, aber gefahren wird wie blöd. Wenn das Preisgefüge so wäre, dass Autofahren den meisten Menschen finanziell wirklich wehtun würde, käme Bewegung ins Spiel. Weil dann an irgendeiner Ecke angesetzt werden MUSS. Und so wie ich den Menschen kenne, wird er nicht freiwillig weniger fahren, sondern versuchen die Kosten fürs gleiche Fahrvolumen zu senken. Sprich: Benzinpreis ca. 2,50 €, LPG ca. 0,50 €, dann kommt ein bißchen Dynamik in die Sache.


    Soweit meine Meinung zum Thema.


    Hannes.
     
  14. #13 Rabemitgas, 16.11.2015
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    Danke Hannes für deine Umfangreichen Ausführungen.

    In Vielen Punkten, z.b. die der Hersteller, die du nanntest kann ich es nachvollziehen.

    Zu der Dynamik :D ...da brauchts kein2,50 € 1,70€ und 80 cent LPG reicht und es explodiert wieder förmlich die Nachfrage... Die seriösen Umrüster haben dann wieder einen Auftragspuffer von ca. 8-12 Wochen und es werden sogar noch 1-2 Leute mehr eingestellt.

    Der Negative Aspekt dann aber ist, das wieder jeder in einer Doppelgarage 2 Autos am Tag umrüstet und schnell wieder in der Versenkung verschwindet. Die Pfuschautos bleiben...der negative Beigeschmack am Gas durchs verpfuschte Auto auch.

    Man kann im Grunde ja nicht unglücklich sein...das der Markt sich beruhigt hat auch viele Positive Aspekte.

    Gruß Armin
     
  15. #14 markus82, 16.11.2015
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    Als User kann ich mich über die momentanen Bedingungen nur freuen. Hab im Februar bei Armin umrüsten lassen er hatte einen zeitnahen Termin für mich obwohl bei ihm die Halle doch gut gefüllt war.
    dann dank der guten LPG Preise habe ich nach knapp 10tkm schon Halbzeit bei der amortisierung erreich.
    dazu ist das Tankstellen Netz super und man muss fast nirgends Schlange stehen um zu Tanken.

    Also ich kann mich nicht beschweren. Für die umrüster natürlich nicht so toll das kann ich verstehen.
     
  16. #15 V8gaser, 23.11.2015
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    Mich wundert immer wieder der ADAC - laufend wird dort CNG lobenswert erwähnt- tolle Reichweiten von 200 und mehr km...gutes Tankstellennetz....und LPG nur am Rande erwähnt :-)
    Immer und immer wieder.
    Geil war letztesmal die Gegenüberstellung der Konzepte - LPG wäre ja unrentabel wg dem Mehrverbrauch.....super recherchiert. Auch die unterschiedlichen Mengenangaben l/kg stellte man gleich. Man sollt echt austreten.
    All die halbstarken Versuche der KFZ Industrie mit dem Erdgas.....
    Wer hat das eingefädelt - Schröder :-) In seiner Zeit als Kanzler alles klar gemacht, und dann ab zu den Russen zu Gasprom der Bazi.

    Für LPG brauchst keine Werbung machen, das ist alleine wg des Preise ein Selbstläufer. Die Leute die es möchten können rechen, die Anderen sollen gar nicht kommen.
    Allein die Frage "Was spart man sich denn da?" können die sich dann schon sparen. Wer das von alleine nicht checkt....sorry, der tut sich auch so schon schwer.
     
  17. #16 pjotr_weliki, 23.11.2015
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    Ich habe inzwischen 4 Autos auf LPG umrüsten lassen. Einen Nissan Almera 1.6, einen Renault Twingo C06, einen Hyundai i30cw und einen Hyundai i20. Alles jeweils in Polen in der Nähe von Breslau und immer einwandfrei. Die 600km einfache Fahrstrecke haben sich jedes Mal gelohnt, da wir die Umbauzeit von 8 Stunden zum Shoppen genutzt haben. Die beiden letzten Autos fahren wir zur Zeit und freuen uns, dass die Nachfrage nach LPG nicht so hoch ist, denn dann bleibt der Preis günstig.
    Das ist auch der Grund, warum ich niemanden versuche vom Umbau zu überzeugen. Von mir aus kann das lange ein Nischenmarkt bleiben.
     
  18. Ciwa

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    Respekt, 8 Stunden shoppen halte ich nicht durch :)
     
  19. parrot

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    Ganz schwieriges Thema würde ich sagen. Ich finde das mit LPG toll und hoffe, dass mein Karren noch eine Weile durchhält. Wenn ich mir jetzt eines kaufen sollte, wird es auf dem Markt mit LPG echt schwierig. 20tkm/Jahr, Kombi, Automatik, 10-12L LPG/100km wäre ok und das ganze auf keinen Fall aus dem VW Konzern und bis 30 t€ Neupreis, gebraucht entsprechend günstiger. Mein Favorit Mazda ist eigentlich leider auch schon raus :-(

    Aber nach ich das Erlebnis jetzt schon ein paar Mal hatte, würde ich mich freuen wenn mein (vielleicht schon) nächstes Auto
    - keinen Antriebsstrang mit tausenden von einzelnen Teilen hat,
    - Abgase direkt ausstößt,
    - rappelt und laut ist,
    - einen komischen Drehmomentverlauf hat,
    - Schaltunterbrechungen (zugegebenermaßen sind die bei modernen Automatikgetrieben fast nicht mehr vorhanden) hat.

    Ich spreche dabei natürlich von einem Elektroauto. Klar, die Kontraargumente
    - Gewicht,
    - Akkugröße,
    - Ladezeiten (wobei dies häufig völlig übertrieben wird wenn man kein 60tkm/Jahr Fahrer ist)
    - Atomstrom und Kohlestrom,
    - Kaufpreis,
    sind mir absolut bewusst und aktuell leider nur klein zu reden, wenn man den dementsprechenden Geldbeutel hat. Mit diesem kann man dann auf sein Eigenheim eine Photovoltaikanlage pappen, sich einen Batteriespeicher im Keller installieren und nachts daraus seinen Tesla befüllen.
    Aber aktuell versaut unsere Politik und die Lobbyisten jede Möglichkeit für einen Wechsel:
    Video "Die Story im Ersten: Das Märchen von der Elektro-Mobilität" | Reportage / Dokumentation | ARD Mediathek

    Die Welt ändert sich und somit auch unsere Jahrhunderte alte Vorstellung, wie wir uns fortbewegen und unsere Transportmittel angetrieben werden. Hätte sich die Menschheit nicht auf neue Techniken eingelassen, würden wir heute wahrscheinlich immer noch wie die ersten Nomadenstämme durch die Wildnis reisen.

    Seid offen für was neues ;-) Wenn es bei mir noch mal ein LPG Fahrzeug wird, dann so, wenn Elektro, dann Elektro und wenn es ein Erdgasfahrzeug wird, dann halt so. Ich will nur nicht mehr zu dem üblichen Benzin/Diesel Kram zurück.

    Btw., dass mit der 4% Effizienzsteigerung war mir so gar nicht bewusst, hatte es vermutet aber nie Zahlen gehabt. Wo kommen diese denn her? Wer hat die Berechnung angestellt?
    Daraus ergibt sich für mich die Frage, wo wären wir mit der Elektromobilität, wenn die Entwicklungsgelder für die 4% Effizienzsteigerung beim Verbrenner in die Akkuentwicklung geflossen wären?
     
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  21. Giusto

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    Das hatten sich die Leute während der Hexenverbrennungen im Mittelalter wohl auch gedacht.

    Ich für meinen Teil bin froh, dass Autogas eine Randerscheinung ist und wohl auch auf absehbare Zeit bleibt.

    Stellt euch mal vor, es käme jetzt groß in Mode und jeder Neuwagen hätte zusätzlich eine Gasanlage an Bord. Nicht nur dass die Gaspreise dann rasch steigen würden, unser Staat würde wohl auch nach Möglichkeiten suchen, sich die entgangenen Steuern wieder zu holen. Man muss nicht lange darüber nachdenken, von wem man es holen würde. Am Ende würde sich alles so einpendeln, das Gas fahren nur noch ganz geringfügig billiger als ein herkömmlicher Benziner oder Diesel wäre. Bei Dieseln und Benzinern ist es doch schon heute so. Der Diesel galt mal als Alternative für preisbewusste Vielfahrer, heute ist kaum noch ein Preisvorteil zu erkennen.

    Ist doch besser für uns, wenn LPG ein billiges Abfallprodukt bleibt, mit dem nur Wenige was anfangen können. Ist vielleicht etwas egoistisch, aber theoretisch könnte ja fast jeder umsteigen. Warum sollten wir Gasfahrer wollen, dass noch mehr Leute auf den Zug aufspringen? Das Tankstellennetz ist für meine Bedürfnisse dicht genug, die Preise sind niedrig.
     
  22. 320i

    320i AutoGasDazugehöriger

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    Hallo Gaser,

    das ist ist mal ein super interessanter Faden mit sehr nachvollziehbaren Argumenten, Meinungen und Ansichten. Klasse und Danke.
    Aber das sind auch genau die Fragen die ich mir stelle! Warum wird das nicht gefördert, beworben etc.
    Tja fällt schon schwer da nicht an eine systematische "Kleinhaltung bzw. Desinformation" des Themas zu denken.
    Warum sollten wir das Volk billig fahren lassen wenn wir auf der anderen Seite einen Haufen Mineralölsteuern kassieren können ;o)
     
Thema:

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