Mensch vs. Maschine vs. Mercury – Wie ich eine KI zum LPG-Meister ausgebildet habe

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  1. snoopylein

    snoopylein AutoGasInteressent

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    Moin Leute,

    ich muss euch eine Geschichte erzählen, die entweder die Zukunft der Werkstatt ist oder der Anfang vom Ende meines Verstands. Ich habe die letzten 4 Tage damit verbracht, meinen unruhigen Leerlauf (Landi Renzo Evo / AEB-System) einzustellen. Mein Beifahrer: Eine KI namens Gemini.

    Die Ausgangslage: Mein Motor lief auf Gas wie ein Sack Nüsse. „Sägen“ im Leerlauf, kurzes Ruckeln, kurz vorm Ausgehen. Die Benzin-Einspritzzeiten brachen im Gasbetrieb von 2,6 ms auf völlig kranke 1,3 ms ein. Der Hobel ist im Gas förmlich ertrunken.

    Die Kontrahenten:

    1. Ich: Bewaffnet mit einem 4er Inbus, einem Laptop und einer Engelsgeduld.

    2. Die KI: Hochintelligent, kennt jedes Handbuch, hat aber noch nie ölverschmierte Finger gehabt.

    3. Der Endgegner: Ein Mercury 03L HP Verdampfer mit einer Klemmschelle aus der Hölle.
    Der Schlachtplan (und wo die KI kläglich versagte): Zuerst wollte mir die KI erzählen, ich hätte ein Standard-Omegas-Steuergerät. Ich: „Nee, die Software sieht aus wie AEB!“ KI: „Ups, mein Fehler.“ Dann die Suche nach der Druckschraube. KI: „Dreh mal oben am Deckel.“ Ich: „Da ist nichts!“ Nach 83 Screenshots (ja, ich habe das Ding förmlich mit Bildern bombardiert!) und einem Foto vom Typenschild haben wir die Schraube dann im Unterdruckstutzen gefunden.

    Der Plot-Twist: An die Schraube kam ich nicht ran – eine Klemmschelle versperrte den Weg. Druck senken von 1,31 bar auf 1,05 bar? Unmöglich. Jetzt schlug die Stunde der „künstlichen Intelligenz“. Wir haben einen „Dirty Software-Hack“ gemacht. Da wir den mechanischen Druck nicht runterbekamen, mussten wir die Injektoren softwareseitig „zähmen“.

    • KI-Logik: Wir haben die Werte in der MAP-Tabelle in der Leerlaufspalte von 51 auf 65 angehoben.

    • Der Effekt: Durch die höheren Werte bekamen die Injektoren eine stabilere Öffnungszeit (> 3,0 ms). Das Flattern hörte auf, der Motor fing sich.
    Die Bilanz nach 4 Tagen:

    • 83 Screenshots hochgeladen (Geminis Cloud glüht wahrscheinlich heute noch).

    • 170 Nachrichten hin und her.

    • 9 kapitale Fehler der KI, bei denen ich sie korrigieren musste (Steuergerät, Drehrichtung, Hardware-Lage).

    • Endergebnis: Ein stabiler Leerlauf, keine Aussetzer unter Last und eine KI, die jetzt weiß, dass ein 4er Inbus in der Realität mehr zählt als 1000 PDF-Handbücher.
    Was habe ich gelernt? Die KI ist ein super Assistent für die Logik und die Mustererkennung in den Maps, aber ohne den Typen am Auto, der sagt: „Halt mal die Luft an, da ist eine Schelle im Weg!“, ist sie aufgeschmissen.

    Falls ihr also mal ein Problem habt: Macht Bilder! Jede Menge Bilder! Die KI liebt Bilder fast so sehr wie wir ein perfekt eingestelltes Gemisch.

    In diesem Sinne: Allzeit gute Fahrt auf 1,05 bar (oder 1,31 bar mit Software-Trick)!
     
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  3. LS1V8

    LS1V8 AutoGasInteressent

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    KI ist schon eine tolle Hilfe auch im Berufsalltag. Nichts für ungut, aber so viel hin und her für eine Einstellung? Da hätte ich die Landi nach 2h rausgeworfen.
     
  4. pjotr_weliki

    pjotr_weliki AutoGasDazugehöriger

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    Der Unterschied ist:

    Du musst dabei Geld machen, er muss Geld ausgeben.
     
  5. 540V8

    540V8 Meister der Beiträge
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    Nein, hat in erster Linie nichts mit Umsatz zu tun, sondern mit Vernunft.
    Wie oft steht man vor einer grauselig eingebauten Gasanlage, die man instand setzen soll. Fängst Du an solch einer Dauerbaustelle an, entwickelt sich das Ding zur Tretmine. Das tut man sich als Werkstatt und auch dem Kunden nicht an. Einmal machen und dafür richtig. Hat sich in der Vergangenheit bis zur Gegenwart als der bessere und sichere Weg für beide Seiten erwiesen.
     
    Harlebobby gefällt das.
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